
Es war einmal ein Luftballon,
der riss sich los und flog davon.
Schwebte bis zum nächsten Baum.
Blieb hängen, da war aus der Traum
von Freiheit und von Abenteuer.
Doch zu Hilfe kommt der Wind.
Bläst den Luftballon geschwind
aus dem dichtesten Geäst,
knapp vorbei an einem Nest,
das gebaut ein Amselpärchen.
Der Luftballon fliegt immer weiter,
zappelt, hüpft und tanzt recht heiter,
dorthin, wo die Wolken sind.
Auf der Erde ruft ein Kind:
„Mama, schau ein Luftballon!“
Der Luftballon sich schnell besinnt,
sein Lebenszweck ist schnell bestimmt.
Schwebt hinab den weiten Weg,
bleibt liegen auf dem Brückensteg,
wo er vom Kind gefunden wird.
Stolz schlingt das Kind das lange Band,
sich dreimal um die schmale Hand.
Trägt sacht den Luftballon nach Haus,
erst dort lässt es ihn wieder aus.
Nun ruht er hinten in der Ecke,
unter der Kinderzimmerdecke.
© Berta Berger