
7.00- der Wecker läutet.
Verschlafen tastet der Mann nach ihm, aber seine Frau ist wieder schneller. Sie springt aus dem Bett, während er sich stöhnend noch einmal auf den Polster zurücklegt. Warum muß sie in aller Früh bloß so agil sein, fragt er sich zum x-ten Mal.
Da hört er schon die Dusche rauschen. Natürlich! Wieder ein Vorsprung für sie. Er rappelt sich hoch, geht ins Bad pinkeln. Vielleicht ist sie ja schon fertig, dann kann er auch noch schnell unters Wasser hüpfen.
Bis er das Badezimmer erreicht, ist sie schon dabei, sich abzutrocknen. Lüstern betrachtet er ihren Hintern, ihre Brüste. Ihr Körper erregt ihn immer noch, nach so langer Zeit, auch mit, oder gerade wegen der Spuren,
die zwei Schwangerschaften hinterlassen haben. Sie tut, als ob sie seine Erektion gar nicht bemerkt. Keine Zeit! Würde die Routine stören! Sex in der Früh gibt’s nur am Wochenende oder im Urlaub, aber da auch nur selten.
Während er sich duscht und anzieht, hat sie das Frühstück schon fertig. Seins!
Ihr genügt eine Tasse Kaffee. Vielleicht ist das der Grund, daß sie noch immer so gut in Form ist.
Er ißt. Ein Toastbrot mit Marmelade, eines mit Leberaufstrich. Dazwischen einige Schlucke Kaffee, aber nur vorsichtige, kleine, weil er seine Zunge nicht verbrühen will.
Sie ist inzwischen wieder hinauf gegangen, sich schminken. Sie legt auf ihr Aussehen Wert. Immer tip top. Immer perfekt.
Als er schon bei der zweiten Tasse sitzt und dabei ist, die Morgenzeitung durchzublättern, kommt sie.