
Wenn er hier weiterging, kam zuerst eine Tankstelle und dann eine kleine Sparkasse. Nicht weit von ihr entfernt lag das „Papageno“ und kurz danach war die Telefonzelle am Kirchenplatz. Von dort wollte er seinen Vater anrufen, vorausgesetzt er fand noch etwas Kleingeld in seiner Hosentasche.
„Immer weitergehen!“, mahnte er sich im Geiste. „Nicht aus dem Takt kommen!“ Er wusste, wenn er nicht zu denken aufhörte, würde er ständig die Schreie im Kopf haben und nie wieder herausbekommen.
Vielleicht hatte er etwas Furchtbares getan. Woher sollte sonst das viele Blut stammen? Warum hörte er gellende Schreie und sah alles rot, wenn er die Augen schloss?
Also setzte er einen Fuß vor den anderen. Eins, Zwei, Eins, Zwei, ...
Als Jojo den Kopf hob, bemerkte er, dass er vor dem „Papageno“ stand. Dort traf sich Jojos Clique meistens. Fred, der Besitzer, war ein Koloss von einem Mann und niemand wagte es, sich ihm zu wiedersetzen. Deswegen ging es dort auch recht gesittet zu. Fred kannte seine Gäste gut und wusste, wie viel jeder vertragen konnte. Hatte wer sein Limit erreicht, bekam er nichts mehr. Daher glaubte Jojo nicht, dass er sich angetrunken hatte. Fred hätte ihm nicht mehr als zwei Bier gebracht. Und ganz gewiss hätte Fred ihn nicht in einem solchen Zustand weg gehen lassen.
In Jojos Kopf blitzten einzelne Fragmente des gestrigen Abends auf. Er sah vor sich ein Glas stehen. Es war noch halbvoll mit einer dunkelbraunen Flüssigkeit. Ja, er hatte bloß Cola getrunken. Wegen Melanie! Sie verabscheute Alkohol und weil Mani, auf den sie einen Stand hatte, sich schon das dritte Bier bestellt hatte, fragte sie Jojo: